Wer kennt das nicht? Mit jedem neuen Gerät, häufen sich die Fernbedienungen auf dem Wohnzimmertisch und irgendwann ist selbst auf dem größten Tisch dann kein Platz mehr für das Feierabendbier und die Chipstüte. Aber auch im heimischen Bett macht sich eine solche Armada denkbar schlecht, zumal es sich furchtbar unbequem auf diesen Dingern liegt. Außerdem haben so viele Fernbedienungen die Angewohnheit, ständig verloren zu gehen und tauchen sie dann eines Tages doch wieder auf, ist garantiert die Batterie leer.
Wie man unschwer erkennen kann, bin ich leidenschaftlicher Verfechter der Gattung Universalfernbedienung. Leider habe ich mit Geräten dieser Kategorie aber auch schon die eine oder andere schlechte Erfahrung gemacht: Entweder konnte ich damit garantiert ein Gerät nicht bedienen, oder die Fernbedienung vergass alle paar Tage ihre Konfiguration, so das ständiges Neuprogrammieren angesagt war. Doch das sollte sich alles ändern, als ich auf die »One For All 6 Kameleon« traf.

Ich war mal wieder einmal auf der Suche nach der ultimativen Universalfernbedienung. Aber dieses mal wußte ich was ich wollte, denn ich hatte meinen Wunschkandidaten in einer kleineren Ausführung auf dem Wohnzimmertisch meines Vaters gesehen und ausgiebig getestet. Ich habe das Gerät dann im Media Markt für knapp 90 Euro erstanden und mich dann zu Hause sofort an die Programmierung gemacht. Allein das Einprogrammieren der Gerätecodes ist durch das einmalige Bedienfeld, welches bei Berührung grün aufleuchtet und dann die gerade zur Verfügung stehenden Tasten anzeigt, schon ein Erlebnis. Auch wenn nicht alle meine Geräte im automatischen Suchlauf erkannt wurden, waren sie zumindest nach dem manuellen Eingeben der Codes verfügbar. Nach weniger als 20 Minuten konnte ich alle Geräte (Fernseher, SAT-Receiver, DVD-Player und Stereo-Anlage) problemlos bedienen.
Die »One For All 6 Kameleon« kann aber noch mehr, als edel aussehen. So lassen sich natürlich auch alle Tasten mit beliebigen Funktionen frei belegen. Hier kann man sogar Funktionen der verschiedenen Geräte untereinander mischen. So lassen sich zum Beispiel die Lautstärketasten im DVD-Modus der Fernbedienung direkt auf die entsprechende Funktion der Stereoanlage legen. So spart man sich das Switchen zwischen den Geräten und kann schnell die Lautstärke regulieren. Diese Sonderfunktionen kann die Kameleon einfach von der alten Fernbedienung übernehmen. Hierzu reicht es aus, die Kameleon 6 in den Lernmodus zu versetzen und die gewünschten Funktionen mit wenigen Tastendrücken von der originalen Fernbedienung zu übernehmen. Als besonderes Schmankerl kann man Tasten auch mit ganzen Befehlsfolgen versehen. Ein Druck auf den Stand-By-Knopf führt so zum Beispiel zum Abschalten aller Geräte. Diese Funktionen sind neben dem intelligenten und schön anzuschauenden Display, das nur die Funktionen anzeigt, welche man für das gerade gewählte Gerät benötigt, die absoluten Highlights, aber noch längst nicht alles. Ein weiterer Knüller wartet unscheinbar im Inneren des Gehäuses: Über ein eingebautes Modem lassen sich die Codes zukünftiger Geräte einfach per Telefon oder über das Internet nachladen. Diese Funktion habe ich allerdings noch nicht getestet. Aber so ist man natürlich auch zukünftig mit dieser Fernbedienung universal gerüstet.
Das in Aluminium eingefasste Gerät verzeiht auch schon einmal die eine oder andere Bekanntschaft mit der Bierflasche oder dem Nudelauflauf. Die flache Folie lässt sich mit einem feuchten Lappen abwischen und damit ist die Kameleon meist schon wieder einsatzfähig. Auch der Stromverbrauch dieser Wunderwaffe ist nicht zu bemängeln. Ich besitze die Fernbedienung nun seit über einem Jahr und verwende noch immer das erste Paar Batterien.
Es gibt also keinen Kritikpunkt, mal vom relativ hohen Anschaffungspreis abgesehen. Aber dieser ist meiner Meinung nach gut investiert. Man bekommt für sein Geld ein universelles Gerät, dass nicht nur Freunde und Verwandte in Staunen versetzt.
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